Auf der Seite "Best of" zeigen und beschreiben einige unserer Künstlerinnen/Künstler jeweils eines ihrer Werke.

Der Künstlerin/dem Künstler ist dabei freigestellt, ob sie/er eines ihrer/seiner "besten" Werke, oder ihr/sein "Lieblings-Werk", oder etwas für ihre/seine Arbeit typisches zeigen will. Erfreuen Sie sich einfach an dieser besonderen Auswahl.

(Die Bilder können durch anklicken vergrößert werden):



 

Annelies Wagner 

 

Dieses,- mein „ Best of „ ist nach einem Urlaub auf Teneriffa entstanden.

Auf dem Weg zu unserem Hotel, sind wir in einer original spanischen Kneipe gelandet. Dunkel, voll von Rauchschwaden und mitten unter „ Einheimischen“.

Ganz spontan, nahm immer wieder einer der Gäste ein Mikrophon zur Hand,

stellte sich auf eine provisorische Bühne unter einem stets zuckenden Scheinwerfer und sang seine Ballade oder Moritat.

Und dann kam dieser Mann mit seiner Gitarre, betrat die Bühne, rückte den Sessel zurecht und begann zu spielen. „ Gänsehaut „ – Sein Spiel erzählte von der harten Arbeit, dem entbehrungsreichen Leben, der Liebe und den Saufgelagen mit seinen Freunden.

Ich habe zwar nichts verstanden, aber ich habe es gespürt, was wieder einmal beweist, Musik muss man nicht verstehen, man muss sie nur fühlen.

Zu Hause angekommen, habe ich sofort diesen Gitarrenspieler nach einem Foto gemalt. Ohne Anspruch auf höchste Kunst, wollte ich einfach nur diese ganz besondere Stimmung einfangen und jedesmal wenn ich dieses Bild betrachte, höre ich wieder diese Musik. Deshalb ist es mein Lieblingsbild.

 

Daten zur Maltechnik :

 

Dieses Bild habe ich in der Absprengtechnik auf Karton gemalt. Bei dieser Technik werden jene Stellen, welche „ weiß „ bleiben sollen,  mit verschiedensten Flüssigkeiten usw. abgedeckt. Der Rest der Blattfläche wird mit Farbpigmenten eingerieben. Nach dem trocknen, wird das Blatt dann anschließend mit Wasser abgebraust/gesprengt – daher der Name Absprengtechnik – Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden und es entstehen dabei immer wieder Zufälligkeiten. Dies macht die Besonderheit dieser Technik aus.

 

Hartberg, 2020-04-02

 


 

JOSEF MUSSER - „Grüner Kopf

 

Acryl, 30x40 cm

 

Ich male ja nicht, aber jedes Bild meines Mannes erfüllt mich mit viel Freude,

als ob auch ich etwas zum Gelingen beigetragen hätte.

Unser letzter kukma-Ausflug führte uns in den Skulpturenpark und in die Neue Galerie Graz,

wo das Werk eines namhaften Künstlers „verkehrt“ präsentiert wurde.

Der Grund: So wurde davor nicht Erkennbares sichtbar.

Die Frage: Absicht?  Zufall?

 „Unser“ „Grüner Kopf“ hat sich vorgedrängt aus Farben, schwungvollen Linien, Kurven, Farbflecken, Punkten, Ecken, Kanten, Höhen, Tiefen und vor allem Schaffensfreude.

Er ist jetzt sichtbar, so wie alle eure wunderbaren Werke.

 

Johanna Musser

 

 

Dieses Bild entstand mittels der Acryl-Fließtechnik, auch „Pouring“ genannt.

Eine für mich faszinierende Methode, eine zusätzliche „Malperspektive“.

Meine Meinung zur kreativen Seite von „Pouring“: Sie liegt in der Farbenwahl, der gewollten Farbsetzung, der Farbaufbereitung aber auch in der beeinflussbaren Fließgestaltung.

Weitere praktische Fertigkeiten lassen vielfältig „kreativ“ sein und letztlich sorgt die „Farbe“ selbst für überraschendes „Kolorit“.

Der „Grüne Kopf“ mag mystisch, vielleicht mythisch wirken?!

Wenn das Bild inspirativ Interesse findet, so freut es mich!

 

Josef Musser

 

 

Markt Allhau, 2020-04-01


 

WOLFGANG SCHERAN - „Ein Tag danach!“

 

Acrylmalerei, 80x100 cm

 

Der Tag ist in diesem Fall nicht nach unserer jetzigen Zeitrechnung zu verstehen. Für mich ist es die Zeit vom Urknall bis einige Millionen Jahre nachher. Da mich dieses Thema schon immer interessiert hat und ich es auch ganz euphorisch malerisch dokumentieren wollte, begann ich dieses Bild. Nach einiger Zeit der Pinselführung hat es sich immer mehr verselbständigt und dann dieses Ergebnis gebracht. Ich habe große Freude damit.

 

Man muss sich doch ein wenig Zeit nehmen und auch etwas Fantasie walten lassen, um doch für uns schon bekannte Erscheinungen zu erkennen. Viele meiner Freunde und Besucher haben mit mir schon einige Stunden über das Bild diskutiert und dann unterschiedlichste Meinungen abgegeben, eine davon lautete: „Das wäre ein schönes Deckengemälde!“

 

Nehmen Sie sich auch ein wenig Zeit, um das Bild zu ergründen.

 

 

Wien, 2020-03-27


 

INGRID GUGGENBERGER - "Rot"

 

Acryl auf Papier - Mehrschichtverfahren, 49x72 cm

 

Bei dieser Art zu Malen ist das Endprodukt meist "ergebnisoffen"  - es kommt darauf an, den richtigen Zeitpunkt zu erkennen, wann das Bild "fertig" ist.

 

Grafenschachen, 2020-03-27


 

FRANZ BEISTEINER - "Sonnenuntergang am Hochwechsel" (Fotografie)

 

Der Hochwechsel beim Wetterkoglerhaus ist im Sommer bekannt für seine spektakulären Sonnenuntergänge.

Dieses Lieblingsbild habe ich am 8. Juli 2017 um 20.48 Uhr aufgenommen.

Kamera Nikon D7200 auf Stativ

5 Einzelaufnahmen mit voreingestellter Blende im RAW-Format, ISO 100, Brennweite 18mm

Zusammenfügen der einzelnen RAW-Dateien (mit „Geisterbildentfernung“) im „Photomatix“ und Endentwicklung im „Lightroom“

 

Hin und wieder erstelle ich HDR-Aufnahmen um bei stark gegensätzlichen Lichtsituationen bzw. Gegenlichtaufnahmen eine gute Durchzeichnung der ansonst dunklen Vordergründe zu erreichen.

 

Wiesfleck, 2020-03-27


 

IRENE FRÜHWIRTH-SOLNITZKY - "Slow Motion"

 

Das großformatige Bild "Slow Motion" in der Technik Mixed Media (Format 60x100cm) entstand in einer Zeit größter persönlicher Herausforderungen. 

Berufliche Veränderungen, die Verselbständigung unserer beiden jüngeren Kinder und gesundheitliche Probleme wirbelten das familiäre Leben und mein seelisches Gleichgewicht gehörig durcheinander. 

Da Malen und Gestalten seit jeher für mich Ausgleichsstrategien zu "kurz vorm Durchdrehen" darstellten, begann ich damals, zahlreiche Bilder zu malen, um mich abzulenken und um Ruhe in mein aufgewühltes Inneres zu bringen. Viele davon wurden Bilder von Unterwasserszenarien.

Dabei beginne ich, ohne Vorhaben auf ein bestimmtes Motiv, jeweils mit großen Farbflächen in Acryl, die intuitiv gewählt und mit Pinsel oder Rolle auf den Keilrahmen aufgetragen werden. Darauf kommt nach Trocknung der Farbe Struktur mit verschiedenen Materialien (Sand, Kaffee, Stoffe, Servietten, Farbpatzen, etc.), die spontan und nach Gusto mit Binder aufgetragen werden.

Schichtweise werden weiter Farbflächen durch Schüttung dazugefügt, diese harmonisch verbunden und dabei gelingt es mir bereits, ins Zeitlose zu gleiten, den Flow zu genießen und alles Belastende hinter mir zu lassen.

Zu diesem Zeitpunkt steht meist noch immer nicht fest, was das Ganze werden soll, ich denke, das gehört zum Suchprozess dazu, der auf malgestalterische und zugleich innerpsychische Lösungen ausgerichtet ist. Das Wesentliche dabei ist der Prozess des Probehandelns, der Wandlung, der Veränderbarkeit des Bildes/der Situation.

Jedenfalls spielt Wasser im Malprozess der (nicht nur) Unterwasserbilder eine große Rolle, welches die Farbe, wie auch die Emotionen ins Fließen bringt, weshalb ich über mein Atelier mit Fliesenboden recht froh bin. Neben Wasser ist die zweite Wirkkraft die Zeit, die zwischen den Malphasen zum Trocknen benötigt wird, Zeit, die auch seelische Prozesse benötigen, um verarbeitet zu werden…

Sich aus den Farben entwickelnde Formen, die an Pflanzen, Tiere, Wesen erinnern, werden wiederum nach Trocknung der Farbe mit Gefühl bearbeitet und ausgestaltet, bis mehr und mehr Leben im Wasser sichtbar wird. Manches wird ausgeführt, manches bleibt Andeutung.... 

Gearbeitet wird jedenfalls, bis die Gesamtkomposition harmonisch ist und das Gefühl entsteht, dass das Bild fertig ist. 

An „SLOW MOTION“ liebe ich besonders die schönen Farbklänge zwischen blau, grün und gelb im Zusammenspiel mit den Nichtfarben Weiß und Schwarz, sowie die bizarren Effekte der schwarzen Farbe, die an Korallenbänke erinnert, und die Wirkung, die das Bild auf mich als Betrachterin hat. 

 

Neuhaus/Wart, 2020-03-26


 

JOSEF GRUNWALD - Fotografie

Dieses Foto von mir mag ich wirklich gern. Es ist vielleicht nicht das, was den Weg in ein Hochglanz-Magazin findet, aber für mich hat es etwas Besonderes.

Was „Besonderes“ entdecken, das ist es auch, was mich an der Fotografie interessiert.

Seit ich vor ein paar Jahren begonnen habe, bewusst zu fotografieren, habe ich alles Mögliche abgelichtet. Aber eine Richtung fesselt mich mehr und mehr: immer öfter suche ich das „Besondere im Banalen“. Ja, das Banale, täglich begegnet es uns und vielleicht wird es deshalb so oft übersehen oder nicht angemessen beachtet. Ich bemühe mich, mit einer bestimmten Art von Fotografie, den Blick auf das darin liegende „Besondere“ zu lenken. Der Betrachter des Bildes muss nicht immer sofort erkennen, um was es sich bei dem abgebildeten Objekt handelt. Aber dann, wenn er es erkennt, soll er so etwas sagen wie: „Aah, kenn‘ ich, hab‘ ich so aber noch nie gesehen“.

Oft muss man bei dieser Art von Fotografie in ein Detail des Motivs gehen. Aber es muss nicht immer die Makro-Fotografie sein, die spezielle, hochpräzise Optiken erfordert. Auch mit einer ordentlichen Ausrüstung können hervorragende Fotos gemacht werden – das gute Foto macht nicht die teure Kamera, sondern das Auge des Fotografen!

 

Das obige Foto habe ich während eines Urlaubs in Istrien aufgenommen. In einer Seitengasse der Altstadt von Pazin sah ich eine Hauswand, an der die verschiedensten Plakate klebten – einige offensichtlich seit längerer Zeit. Manche waren schon wieder abgerissen, so wie das Plakat, das dort mal hing, wo mein Foto entstand. Der „Plakat-Ankleber“ hatte wohl einen sehr starken Kleber verwendet, und beim Abreißen des Plakates hat sich ein Teil der Wandfarbe gelöst (das sind die weißen Stellen im Bild).

 

Ich sehe mit meiner Fantasie in dem Bild Personen; Zwei, die sich mit ihren langen Schnuten vielleicht einen Kuss geben, oder Wanderer mit ihren Wanderstäben, die sich auf dem Jakobsweg begegnen – was sehen Sie?

 

Grafenschachen, 2020-03-25